Zehntausende Tote im Mittelmeer und die „EU der Werte“

Eine kritische Reflexion von Rechtsfertigungsstrategien des „sozialen und demokratischen Europas“

Großmachtspolitik, Krieg und Rassismus – offen wie latent – brauchen eine ideologische Rechtfertigung. In diesem Beitrag wird den Ideologien und Diskursen nachgespürt, die dazu beitragen, dass viele Demokrat_innen trotz zehntausender Toter an den Außengrenzen Europas noch immer die Europäische Union als Retterin in der „Flüchtlingskrise“ beschwören – denn eigentlich stehe diese für humanitäre Werte in der Tradition der Französischen Revolution und der Aufklärung. Dieses Denken, dass die inhumanen Fakten rund um uns ignoriert, soll anhand von zwei Diskursen aufgewiesen werden: In einem ersten Schritt wird gezeigt, wie die Illusion vom „demokratischen und sozialen Europa“ von Europa-Euphoriker_inne_n wie dem bekannten Philosophen Jürgen Habermas geschürt wird; der zweite Schritt macht mit Hilfe von Bruchstücken aus den Postcolonial und Cultural Studies deutlich, dass ein kulturell vermitteltes positives Bild von Europa nur denkbar, wenn ihm gegenüber das „Andere“ gesetzt wird: das Rückständige, Unzivilisierte, Vormoderne. Dabei spielt die Kategorie Geschlecht eine wesentliche Rolle. Vor dem Resümee folgt noch ein kurzer Blick auf das Verhältnis EU/USA.  „Zehntausende Tote im Mittelmeer und die „EU der Werte““ weiterlesen

Wer soziale Sicherheit für alle will, darf von der EU nicht schweigen

Wenn bei jemand Krankheitssymptome festgestellt wird, dann macht es wenig Sinn nur die Symptome zu bekämpfen und nicht auch die Ursachen. Das wissen wir alle. Prävention, Ursachensuche und -bekämpfung sind angesagt. Und es ist durchaus auch sinnvoll darüber nachdenken, was wirklich „gesund“, was wirklich „krank“ ist – oder ob die Grenzen da nicht fließender sind als gemeinhin angenommen wird. „Wer soziale Sicherheit für alle will, darf von der EU nicht schweigen“ weiterlesen