Wie am Mond, nur mit Strassen

Meine Rede auf der Demonstration „Verkehrswende jetzt!“ und gegen den Westring, die Autobahn mitten durch Linz, am 16. Oktober 2016 in Linz


Liebe Freundinnen und Freunde,

danke, dass Ihr heute alle mit dabei seid.
Wir demonstrieren für eine Verkehrswende und gegen Megastrassenprojekte.
Gemeinsam setzen wir heute ein nicht zu überhörbares Zeichen!

Ich möchte in einer Stadt leben für Menschen, nicht für Autos. Ich möchte in einem Land leben für Menschen, nicht für Autos.
Dafür demonstrieren wir heute!

Unsere Welt wird immer mehr um das Auto herum gebaut. Noch nie wurden so viele Strassen in OÖ gebaut wie unter Schwarz-Grün.
Und ohne unseren Druck wird das ganz sicher auch unter Schwarz-Blau nicht anders werden.
Wir brauchen eine echte Verkehrswende.

Das heisst FußgeherInnen, RadfahrerInnen und der öffentliche Verkehr müssen unbedingten Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr haben.
Wir, die wir heute hier demonstrieren, leben diesen Vorrang sanfter Mobilität in unserem Alltag.
Wir demonstrieren heute dafür, dass auch die Politik erkennt, dass eine Verkehrswende unerlässlich ist.
Und das heißt auch: Wir verlangen einen Umverteilung der öffentlichen Gelder von Strassenbau zum öffentlichen Verkehr!

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die geplante Autobahn durch Linz, der Westring, unsere
Stadt zerstören wird. Der Westring ist eine ökologische und finanzielle Katastrophe.

In unserer Zeitung der Solidarwerkstatt finden sich 10 Gründe, warum wird den Westring verhindern müssen.

Aber vielleicht gibt es sogar 100, 1000 Gründe! Ich denke jede und jeder von euch kann viele davon nennen. Denn darum seid ihr da und darum demonstrieren wir heute miteinander!

Wenn der Westring einmal gebaut ist, kann das defacto nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Asfinag und Politik wollten uns im Juni mit einem Pseudo-Spatenstich und Würstlessen Glauben machen wollten, dass Projekt Westring ist gelaufen.
Doch wir wissen, dass noch nicht alle Rechts-Verfahren abgeschlossen sind.
Und darum macht es gerade jetzt Sinn dagegen zu demonstrieren.

Der Westring und die Linzer Ostumfahrung sind Teil von Transitschneisen der EU durch unser Land. Genauso die Westspange in Steyr und andere Megastraßenprojekte in Österreich.

Wie so etwas dann ausschaut, sieht man an der S10 im Mühlviertel: irgendwie fühlt man sich dort wie am Mond, nur mit Strassen.

Ich bin mir sicher, die LKW-Lobby ist in Brüssel gut aufgestellt. Genauso wie andere Großkonzere, denen Profit wichtiger ist als Lebensqualität.
Darum dürfen wir mit unseren Forderungen für eine saubere Umwelt und gegen den Klimawandel nicht auf die EU warten.
Die Schweiz zeigt zum Beispiel im Bereich öffentlicher Verkehr, dass auch ein kleines Land hier Vorreiter sein kann. Das muss auch Österreich werden!
Dafür demonstrieren wird heute.

Heute regnet es, es ist kalt. Bei unserer Aktion im Sommer gegen den Westring war es so heiß, dass eigentlich jede nur ans kühlende Wasser dachte.
Wettertechnisch haben wir wirklich ein bisschen Pech mit unseren Aktionen für eine Verkehrswende. Vielleicht steht das dafür, dass es nun mal nicht einfach ist und unseren Einsatz fordert, den Vorrang für umweltfreundliche Mobilität zu erkämpfen.

Ich bin mir sicher, dass es dafür die hier versammelte fachliche Expertise im Verkehrsbereich braucht, aber genauso braucht es den aktiven Widerstand vieler Menschen.
Gegen die Strassen-und Autolobby.
Wir brauchen noch viele Aktionen für eine Verkehrswende.
Wir müssen noch mehr öffentlich sichtbar werden.
Wir müssen noch mehr Menschen überzeugen, dass umweltfreundliche Mobilität im Interesse der Lebensqualität aller Menschen ist.

Alleine Rad zu fahren, mag ökologisch sinnvoll sein, macht Spass, ist meistens schneller als jede andere Form der Mobilität.

Wenn es viele Menschen gemeinsam tun, dann sind sie einfach der Verkehr und dann nennt sich das Critical Mass.

Irgendwie ist es ähnlich.
Es gibt viele Verkehrsinitiativen in OÖ.
Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam sind wir stärker, gemeinsam sind wir die Verkehrswende.
Und zwar jetzt!
Und dann ist es egal, ob es 40 Grad Hitze hat oder es kalt ist oder ob es regnet.
Danke, dass Ihr heute mit dabei seid!

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